03.02.2016, von S. Konstanzer, G. Stratmann

Erdrutsch mit Steinschlag im Höllental

THW-Einsatzstellen-Sicherungssytem in Falkensteig (bei Freiburg) im Einsatz.

Foto: THW Breisach

Nach einem Felsabgang am letzten Freitag im Höllental, nahe Freiburg wurde das THW Breisach durch den Kreisbrandmeister des Landkreises Breisgau Hochschwarzwald angefordert.

Ortsbeauftragter sowie Zugführer, die beide auch Fachberater sind, trafen sich zu einer ersten Lagebesprechung vor Ort gegen 15:30 Uhr ein.

Der Zugverkehr wurde eingestellt und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Schnell wurde klar das hier das Einsatzsicherungssytem (ESS) zum Einsatz kommen würde. Diese wurden aus dem Ortsverband Tübingen samt Personal auch gleich angefordert. Parallel sicherte ein Fachunternehmen den größten gelösten Steinbrocken mit Drahtseilen. Dieser hatte die Größe eines Kleinwagens, dessen Gewicht wurde auf ca. 50 Tonnen geschätzt.

Die Feuerwehr des Landkreises Breisgau Hochschwarzwald stellten zur Ausleuchtung der Einsatzstellen zwei Beleuchtungsanhänger zur Verfügung. Darüber hinaus wurde der Führungs- und Lage-Anhänger der Technischen Einsatzleitung des Landkreises dem THW zur Verfügung gestellt um dort die erfassten Daten des Messgerätes zu verarbeiten. In dem Anhänger wurden auch die Lagebesprechungen abgehalten. Vertreter und Fachleute des Regierungspräsidiums, Bürgermeister sowie der Deutsche Bahn, Feuerwehr und THW trafen sich hier regelmäßig um die aktuelle Lage zu beurteilen und das weiter Vorgehen abzusprechen.

Nach dem Eintreffen der ESS-Spezialisten aus Tübingen wurde gleich eine Begehung der Einsatzstelle vorgenommen. Die einzelnen Messpositionen wurden mit Leuchtfarbe großflächig beschriftet und die Reflektionsspiegel montiert. Im Wesentlichen besteht das ESS aus einem Tachymeter, Stativ und einem Rechnersystem mit Datenübertragung per Funk oder Kabel. Das ESS erkennt frühzeitig kleinste Veränderungen durch Messung der Bewegungen. Diese sind häufig so minimal, dass das bloße Auge sie gar nicht wahrnehmen kann. Nach der Montage der Reflektionsspiegel konnte das Tachymeter auf der gegenüberliegenden Anhöhe aufgebaut werden. Um Fehlmessungen zu vermeiden werden Referenzspiegel an feststehenden Stellen angebracht. Dies ist für Kontrollmessungen notwendig um möglichst ein „Sauberes“ Messergebnis zu erhalten. Danach wird das Tachymeter per Hand eingelernt und programmiert. Ist dies geschehen so kann mit der eigentlichen Messung begonnen werden. Das Tachymeter fährt die vorprogrammierten Stellen automatisch an und zeichnet die Daten auf.

Aufgrund unwetterartigen Sturmböen stand der Tachymeter unter dem Zelt nicht mehr sicher. Der Ortsverband Breisach, der sich unter anderem um die Logistik kümmerte, räumte einen seiner 20 Fuß Container leer und transportierte diesen zusammen mit dem Kran des OV Müllheim an die Einsatzstelle. Dort wurde dann das Messgerät neu installiert und eingemessen. 

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde das Einsatzgebiet von schweren Sturmböen und Starkregen heimgesucht. Die Messungen konnten nicht mehr sicher durchgeführt werden. Die Folge: eine komplette Sperrung der stakt befahrenen B 31 ab ca. 22:00 Uhr. Am frühen Sonntagmorgen konnten dann die Messungen fortgeführt werden.

Die Mitarbeiter der Fachfirma zerkleinerten einen geschätzten 50 Tonnen Brocken der zu Tal stürzen drohte. Der Sturm hatte sich gelegt und die Bundesstraße wurde wieder für den Autoverkehr freigegeben.

Ab Montagmittag fand eine Übergabe an die Deutsche Bahn AG die Einsatzstelle komplett übernehmen. Das THW wird seine Messgeräte wieder zurückbauen. Damit ist ein fast viertägiger Einsatz beendet.


  • Foto: THW Breisach

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  • Foto: G. Stratmann

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